Schwächen? Ich doch nicht…

Es gibt Dinge, die würde ich mir nie eingestehen. Nein, halt- stimmt so nicht. Es gibt Dinge, die ich mir bis vor kurzem nie eingestanden hätte. Dazu gehören gewisse Eigenschaften, die man gemeinhin als Schwächen bezeichnen würde. Verhaltensmuster, die einen weicher erscheinen lassen, die aber auch sehr viel Angriffsfläche bieten.

Schwächen hat jeder. Man kann nicht nur Stärken haben. Es muss immer auch Punkte geben, an denen man seine Grenzen erkennt und merkt, bis hier und nicht weiter. Es gibt Menschen, zu denen ich mich zähle, die können sich nur schwer Schwächen eingestehen. Schwächen machen angreifbar und wer will schon angreifbar sein. Aber es gibt immer wieder Momente, in denen man merkt, das man eben nicht unverwundbar ist, an denen man sich seine Schwächen eingestehen muss und, und das ist noch viel schlimmer, man muss sie akzeptieren.

Es reicht nicht, zuzugeben, dass man Schwächen hat. Die hat, wie gesagt jeder. Es ist notwendig, dass man sie als solche akzeptiert und vorallem, dass man mit seinen Schwächen lebt, sie als Teil von sich selbst akzeptiert und sie letztendlich als Charakterzug sieht, wie seine Stärken eben auch.

Sind es nicht gerade diese vielen, kleinen Schwächen, die andere für uns liebenswert machen? Mal ehrlich, wie oft werden Fragen wie: “Was findest du an … besonders liebenswert?” mit einer “schlechten” Eigenschaft beantwortet. Ich würde das auch mit sowas wie “niemand kann so furchtbar putzig zicken” beantworten und weiss genau, dass ich dafür wieder einen *grmpf* hören würde ;-) .

Schwächen gehören zu unserem Leben, genauso wie Stärken und manchmal verschwimmen die Grenzen sogar. “Putzig sein” ist zum Beispiel, in meinen Augen eine Schwäche. Ich mein hallo? Wen mich einer blöd anmacht, soll ich dann antworten: “Alter, verpiss dich, ich bin putzig!”?! Andrerseits kann es durchaus seine Vorteile haben, putzig zu sein, macht es einen doch charismatischer und man bekommt viel schneller, dass was man haben will. *gg*

Ich glaube, wenn man lernt seine Schwäche als eben das hinzunehmen, was sie sind, nämlich einfach Fähigkeiten und Charakterzüge die weniger stark oder besonders stark ausgeprägt sind, dann kann man das durchaus als Stärke sehen… Hey, ich bin stur, dickköpfig, ändere meine Meinung gerne fünf Mal innerhalb einer Minute und hin und wieder bin ich auch gerne mal voll das Weichei… dafür kann ich unwahrscheinlich ignorant und gleichgültig werden, wenn mir danach ist, das können viele andere nicht! In dem Sinne, was sind eure Schwächen und sind es wirklich Schwächen oder bildet ihr euch das vielleicht nur ein, weil sie nicht in das von euch geschaffene Bild passen? Denkt mal darüber nach… ;-)

Posted on 19. November 2011, in Alltag!!. Bookmark the permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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