229 Tage

229 Tage, das klingt total lang… obwohl die Zeit irgendwie doch schnell verging. Es ist schon irgendwie komisch, auf der einen Seite oben genannte Zahl, die nur ein Bruchteil eines Lebens bedeutet und auf der anderen Seite schlichtweg das Gefühl, dass es ein Leben lang nicht anders war, so sein muss und einfach ein Fakt ist.

Und ganz ehrlich, ich mag solche Fakten. Was als halbe Katastrophe begann, entwickelte sich rasend zu etwas, was wohl niemand hätte stoppen können… und nun? Jetzt schaue ich mich in meinem alten Leben um und stelle fest, dass vieles davon gar nicht real ist. Mehr ein Mittel um eine Person darzustellen, die ich nie war, eigentlich auch nicht sein wollte. Irgendwie ist es, als hätte ich gerade zwei Leben und “dieses hier” ist definitiv das verkehrte.

Ich mein, was habe ich vor 229 Tagen gehabt? Nichts wäre sicher nicht die richtige Antwort, aber es war ganz bestimmt auch nicht das, was ich gesucht habe. Ich hab viele Fehler gemacht und mache jetzt bestimmt auch noch genug. Ich bin über einige große Steine gestolpert und hab sicherlich auch viel gelernt… aber ich hatte nie das, was ich wirklich wollte.

Wo stand ich vor 229 Tagen? Wenn man es genau nimmt, dann war ich auf einer Feier ohne wirklich da zu sein. Okay, da war ich schon, zumindest körperlich… aber mein Kopf befand sich in anderen Gefilden, bei der Frage, ob mein nächster Schritt tatsächlich ein richtiger Schritt ist oder eventuell ein riesengroßer Fehler. Heute weiss ich, es war überhaupt das Beste, was ich tun konnte. Nur so war es richtig. Wenn man mich jetzt fragen würde, was in diesen Tagen von dem Augenblick als ich darüber nachdachte, wirklich 440 km zu fahren, ohne das Ziel zu kennen bis heute das einprägsamste Ereignis war, ich hätte keine konkrete Antwort darauf… war es der erste Kuss, das erste ich liebe dich… nein, ich glaube dafür bin ich nicht der Typ. Nicht das nicht jeder Moment an sich seinen ganz eigenen Zauber hatte aber da waren noch so viele andere…

Wobei, wenn ich über diese Frage einige Minuten nachdenke, ist das ein Augenblick, an den ich immer wieder denken muss… wenn man es genau nimmt, ist es nicht mal ein “schöner” Moment, nichts was man später mal seinen Kindern erzählen würde… aber es ist, zumindest in meinen Augen, einen der ehrlichsten und einer dieser Augenblicke, wo einem im Bruchteil einer Sekunde die gesamte Gefühlswelt auf den Kopf gestellt wird und man genau weiss, er ist es und kein anderer…

Die Wahrscheinlichkeit, das ich in weiteren 229 Tagen einen anderen Moment im Kopf habe, wenn ich mir die Frage erneut stelle, ist wohl recht hoch… vielleicht aber auch nicht… aber eins weiss ich mit Sicherheit: die nächsten 229 werden spannend, anstrengend und viel besser als die letzten *gg*

Posted on 19. Januar 2012, in Alltag!!. Bookmark the permalink. Hinterlasse einen Kommentar.

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